Ohne Geld in die Welt – Waren wir völlig kopflos und naiv?

Ohne Geld in die Welt – Waren wir völlig kopflos und naiv?

Über ein halbes Jahr sind wir nun unterwegs. Wir machten uns, ohne viel Geld oder feste Einnahmequelle auf den Weg gen Süden und ins Ungewisse. Viel Zeit ist vergangen und noch mehr passiert. Wie ist es uns ergangen, als das Geld dann tatsächlich ALLE war. Wie sind wir damit umgegangen und was hat es mit uns gemacht? Dieser Artikel soll nun davon erzählen, was wir gelernt haben, wo unsere Schwierigkeiten sind und wie wir im Nachhinein zurückschauen. Er ist außerdem eine tiefe Danksagung an all die Leute, die uns auf dem Weg hierher unterstützt haben.

🙂 VIELEN HERZLICHEN DANK!! 🙂

Auch Oscar schrieb dieses Mal ein paar Zeilen dazu. Seine Gedanken und Gefühle findest du in Grün 🙂

Letztes Jahr im September, stellte ich (Linda) dieses Video kurz vor unserer Abreise aus Deutschland online:


Dort war die Welt noch „in Ordnung“: Das Abenteuer rief und wir wollten einfach nur los, in die Wärme!
Bis wir diese erreichten, dauerte es allerdings sehr viel länger als gedacht und gewollt und es wurde viel kälter als erhofft, aber lies selbst.

ACHTUNG: Dies ist keine Rosen-Prinzessinnen-Geschichte darüber, wie wir uns befreit haben, uns super gesund ernähren und der Welt zeigen wie wir immer glücklich sind.
Dies ist eher ein Versuch zu zeigen, was Glaubenssätze ausmachen, wie wir mit “finanziellen Dauer-Krisen” umgegangen und trotzdem weitergereist sind, ohne uns rausschlagen zu lassen.
Wie im Video, geht es in diesem Artikel auch um Mindset. Das Mindset, das sich sehr geändert hat, nachdem wir es soweit geschafft haben. Nachdem wir so viel hinter uns gelassen haben.

 

Wir rasten also los. In Deutschland ließen wir uns noch gut Zeit, aber in Frankreich angekommen – es war mittlerweile Oktober und uns erwischte der kalte Herbsteinbruch, entschlossen wir uns dann wirklich ans Meer durchzurasen. Das schafften wir dann auch in drei Tagen.

Wir waren endlich am Meer (auch eines unserer Ziele). Und nun? Einen schönen Platz finden, um weiter am E-Book zu arbeiten und Benzingeld zu sparen…

bis Ende Gruissan 001

Dazu muss man sagen, dass wir ohne Strom in „Dolly“, unserem Wohnmobil, leben und unsere Computer immer irgendwo aufladen müssen. Bei der Fahrt ging das ganz gut, aber stehend hieß das kreativ und offen zu werden.

Dolly Cap de Agde 013

 

Wir fanden einen schönen Platz in Le Cap d’Agde (Frankreich), wo weiter geschrieben und gut gelebt werden konnte: Vor uns hatten wir direkt eine Wiese zum Spielen, das Meer nicht weit und der Besitzer vom Kiosk um die Ecke ließ uns tatsächlich jeden Tag unsere Laptops aufladen! (Wir warfen ihm dann etwas in die Spendendose.)

 

 

 

Dolly Cap de Agde 014

Einmal die Woche fuhren wir einkaufen, sonst standen wir und genossen die ruhige Atmosphäre in dem im Sommer sicherlich überfüllten „Tourigebiet“.

Aber schon hier plagte uns die Angst, was passieren würde, wenn das Geld bald alle ist. Wir wollten in den Süden, in die Wärme… Es war hier zwar warm, aber es wehte ein frischer Wind und zum Baden war es meistens zu kalt.

Ich war jedoch zuversichtlich. Bereits auf einer anderen Reise, noch ohne Oscar und meinen Sohn, war ich auch einmal ohne Geld gewesen und es war alles gut gegangen. Ich wusste, ich kann alles schaffen!
Doch ich hatte vergessen, dass ich nun nicht mehr alleine, sondern mit Mann und Kind war und dass nicht nur ich alleine Entscheidungen traf, sondern wir zusammen. Aber dazu nachher mehr.

Irgendwann zog es uns weiter. Obwohl es sich finanziell eigentlich nicht lohnte, fühlten wir es beide zur selben Zeit und zogen los. Wie schön! Denn wir kamen ca. 70 Kilometer weiter in den schönen Ort Gruissan und noch näher ans Wasser!

Finn Oscar GruissanDer Ort lag in einem Naturpark und war endlich mal so warm, dass wir ein paar Tage barfuß laufen konnten! Juhuuu! Ein Traum war für ein paar Momente wahr :).

Linda Löwenzahn

 

 

 

Wir lebten im Süden, am Wasser, in der Wärme und waren auf dem Weg das E-Book rauszubringen.

 

 

Das ließ jedoch noch lange auf sich warten… In Gruissan sollten wir nun erst mal zwei Monate und bis in den tiefen Winter hinein (morgens teilweise nur drei Grad) bleiben und noch weitere Herausforderungen auf uns zukommen. Denn nun kam der Moment, den wir so gefürchtet, aber auch so wunderbar ignoriert hatten:

Das Geld war alle!

Ja, so wirklich ALLE!

Und auch im Tank waren nur noch ein paar Tropfen Benzin.

Was nun?

Erst mal möchte ich jedoch kurz darüber schreiben, WARUM es eigentlich so schlimm ist, kein Geld mehr zu haben. Denn ja, wir fühlten uns schwach, klein, wertlos und schämten uns auch.

Aber wieso?

Hier meine Gedanken und Erfahrung dazu: Unser Leben lang begleitet uns das Geld und unbewusst nehmen wir die Bewertung an, dass es gut ist Geld zu haben und eben nicht, wenn man keines hat. Außerdem haben wir Menschen verlernt, anders für uns zu sorgen, als durch das Geld verdienen, dazu ist in der heutigen Welt kaum noch die Möglichkeit gegeben, sich selbst ausreichend zu ernähren (es sei denn, man kennt sich richtig gut aus und investiert viel, viel Zeit und Energie dort hinein). Geld zu besitzen, schenkt einem auch eine gewisse Freiheit und wie wir gelernt haben, auch ein ganz anderes Lebensgefühl. Es geht uns besser, wenn wir Geld haben, das ist klar, denn wir können uns „freier bewegen“, das heißt, das kaufen, was wir wollen und uns gut tut, wie zum Beispiel Superfoods und Bio Obst und Gemüse.
Wir erlebten auf dieser Reise öfter als bloß ein Mal, ganz ohne Geld dazustehen. Durch unsere Konditionierung, dass es ganz schlimm ist, kein Geld zu haben, war dort große Existenzangst. Was ich allerdings witzig finde, ist, dass wir diese auch hatten, als wir noch Geld hatten! Also ich kann bei mir beobachten, dass ich sowohl mit als auch ohne Geld, Angst habe und wenn ich genau bin, ohne Geld weniger, da ich dann keine Angst mehr haben muss, es zu verlieren. (Beim Schreiben fällt mir auch auf, dass es dieses Mindset ist, das ich vielleicht ablegen sollte, um mehr in die Fülle des Geldes zu kommen;) .)

Naja, auf jeden Fall war es nun alle!

Und das hier waren unsere Lösungen:

1. Die 1-Euro-Kisten von LIDL. Eine Sache, die uns in Gruissan über Wasser hielt, als wir kein Geld mehr hatten, waren die „Lidl-Kisten“:

Wir hatten das Glück, dass die französischen Supermärkte kein Essen wegschmeißen. Wenn es sich nicht mehr zum Verkauf eignet, wird es (z. B. in LIDL) in Kisten gepackt und jede Kiste wird dann am nächsten Morgen für einen Euro verkauft. Salat, Orangen, Auberginen, Tomaten, Avocados, Gemüse erhielten wir so fast täglich aus LIDL.

Oscar ging jeeeden Morgen pünktlich zu um halb neun hoch zu LIDL und schleppte die Kisten an. Ich habe großen Respekt vor ihm, dass er sich jeden Morgen diesem „Kampf“ um die beste Kiste ausgesetzt hat.

Was ein Reichtum an Obst und Gemüse! Ich freute mich immer seeehr auf das, was kam, teilweise Beeerge von reifen Bananen, Birnen oder auch total viel Fenchel (denn natürlich wird hauptsächlich das Obst und Gemüse „schlecht“). Das ließ oft wunderbaren Spielraum für kreative Rezeptideen 🙂

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Manchmal gab es jedoch keine Kisten, sie waren schon weg oder wenig drin, man wusste nie, was einen erwartete.

(Wie wir zu diesem mindestens einen Euro kamen, erfährst du in Lösung Nr. 3 🙂 )

2. Essen aus der Natur. Außerdem knackten wir gesammelte Pinienkerne und aßen frischen Löwenzahn von den Wiesen um uns herum. Teilweise war dann die Antwort auf die Frage: „Was sollen wir essen?“: „Ich gehe mal eben Löwenzahn pflücken.“

3. „Rainbow-Lieder“ vor LIDL singen. Ja, wirklich! Wir hatten bereits vorher darüber nachgedacht, zu singen. Wir singen sowieso gerne in der Familie und es fühlte sich gut an, wenn man daran dachte, auf diese Art Freude zu geben und dafür Geld zu bekommen.

Wir stellten uns eines Morgens also vor LIDL und sangen los:

„Deep inside my heart I’ve got this, everlasting love that’s shining, like a sun that radiates on everyone. And the more that I give, the more I‘ve got to give, that’s the way that we live, that’s what we’re living for, dam dam dam!“.

Wir klopften mit Flaschen auf unsere Schenkel und Holzlöffel aneinander.

Was für gemischte Gefühle (selbst jetzt beim Schreiben noch…): Scharm, Demut, Freude, Aufregung, Zusammenhalt, Hoffnung, Gier. Alles Mögliche war dabei und wir konnten es gut beobachten… Im Großen und Ganzen war es mir sehr unangenehm und wieder danke ich Oscar für seinen Mut, der als ich dann Finn im Womo stillte, alleine draußen aus voller Lunge und Herzen weitersang!

Dieses Singen brachte uns einige Male durch den Tag und wortwörtlich, DIE Euros, die wir brauchten.

4. Nicht aufgeben. Wir mussten uns irgendwie über Wasser halten, auch psychisch. Wir hörten Eckhart Tolle, gingen (alleine) spazieren, atmeten tief durch, aßen wie gesagt, viel Frisches… kurz gesagt, wir taten alles, um den Verstand zu verlieren – dieser hatte so viel zu dieser Situation zu sagen, vor allem, dass das alles so nicht geht, und uns so mit dem zu verbinden, wo alles eins ist. Und ich schrieb inspiriert und voller Freude weiter an meinem E-Book.

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Doch es geschah noch etwas anderes: Von dem Moment an als wir kein Geld mehr hatten, kamen auf wundersame Weise, Menschen auf uns zu. Einige wurden wegen des Singens auf uns aufmerksam und andere standen ganz unabhängig davon plötzlich mit Obst, Klamotten und auch Geld vor unserer Wohnmobil-Tür!

In den Situationen wo wir es wirklich brauchten, entstanden immer Möglichkeiten. Ein Fremder spendet uns aus‘m Nichts 10 Euro. Zwei Männer spendeten uns großzügig Sprit für die Weiterfahrt, und wir schafften es nach Cullera, in Spanien!! Als wir dann in Cullera keinen Cent mehr hatten, steht plötzlich eine Dame in der Tür und schenkt uns 10 Euro. Solche Sachen passierten immer wieder.

Ich habe es oft erlebt. Menschen fühlen einfach, wenn du wirklich Hilfe brauchst. Und dann sprechen sie dich an. So sind wir vielen Leuten sehr dankbar!

Eines haben wir daraus gelernt, wir durften es so oft erleben und das macht uns bis heute stark: Die Welt kümmert sich. Als wenn die Menschen fühlen konnten, dass wir es brauchten, kam aus dem Nichts immer wieder Hilfe. Und dann, und das zeigt für mich ganz klar, wie wir alle energetisch miteinander verbunden sind, als es uns besser ging, waren sie alle wieder weg! Teilweise wie vom Erdboden verschluckt und es kam auch keiner mehr auf uns zu. Da zeigt sich, finde ich, dass wir eigentlich immer noch wie ein „Tribe“ zusammen leben, auch wenn uns auf anderen Ebenen oft Welten trennen.

Tragetuch

 

Das Ungesagte. Aber wie ging es uns wirklich?

Und das ist gar nicht so leicht zu beschreiben. Es war ein sich Abwechseln von Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Angst und tiefem Vertrauen, Frieden, Erfüllung, in allem, was war.
Manchmal, wenn die Kälte bis in die Knochen kroch und selbst die Sonne nicht stark genug war, um einen komplett zu wärmen, war es echt schwer für mich. Doch uns blieb nichts anderes übrig, als diese Situation anzunehmen und als das zu erkennen, was es war: Eine große Herausforderung und Chance, zu wachsen, die uns als Familie viel näher zusammenwachsen lassen würde.
Doch da war viel Wut, Trauer und wir stritten viel. Die Zeiten waren bei weitem nicht immer ein „Wir schaffen das!“ und es ging sehr an unsere Grenzen. Ich bin nicht stolz, was diese Reise teilweise mit mir gemacht hat, aber ich bin auch dankbar, denn so durfte ich meine tiefsten Tiefen kennenlernen und mich nun, wann immer es geht, entscheiden, den Weg des Friedens und der Liebe zu wählen.
Man muss dazu sagen, dass unser Wohnmobil 12(!)m² hat! Und wenn es zu kalt zum Rausgehen ist oder man sich einfach nicht einigen kann, wer nun rausgeht, da beide gerne kuschelig Zuhause sein wollen, dann ist das verdammt wenig Platz. Dazu kommt, dass Oscar mit seinen fast zwei Metern an Höhe, im Womo nicht stehen kann und es für ihn auf Dauer eine große Geduldsübung ist, die alltäglichen Dinge zu machen. Da wir ja kein Strom haben, lebten dazu die meiste Zeit morgens und abends im Dunkeln oder bei Kerzenlicht (mittlerweile haben wir uns eine aufladbare USB-Lampe gekauft, was ein Luxus! 🙂 ). Ich schreibe diese ganzen Sachen nicht, um mich zu beschweren. Ich erwähne sie, da sie sehr dazu beigetragen haben, dass das Leben in Dolly eine Zeit lang und teilweise auch immer noch, sehr herausfordernd war und die uns sehr aneinandergeraten hat lassen.
Auch würde ich gerne sagen, dass wir uns wunderbar gesund aus der Natur ernährten – das taten wir auch und das gab uns sicherlich viel Energie, jedoch aßen und essen wir nicht die Dinge, die wir gerne essen würden. Somit lebten wir z.B. in vielen Momenten von VIEL VIEL Haferflocken.
In vielen Situationen hatte ich Schmerz, weil ich lieber den Einkaufswagen mit Bananen, Datteln, Nüssen, Gojibeeren, frischem Obst und Gemüse und sonst noch was füllen wollte. Stattdessen mussten wir dann oft für die letzten 5 Euro, 5 Pakete Hafer kaufen.

Ich muss außerdem zugeben, dass ich mich schämte, in „so eine Situation“ geraten zu sein. In meinem Leben hatte ich immer dafür gesorgt, dass ich genug Geld hatte, wie konnte das nun passieren?! Ich hatte Angst, Menschen zu erzählen, wie es uns geht, vor allem der Familie, da ich Angst vor deren Sorge hatte und nicht wollte, dass sie uns Geld schicken. Ich hatte mich in diese Lage gebracht und ich wollte mich auch wieder herausbringen.

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Als es Mitte Dezember 2016 so kalt wurde, dass wir morgens meistens nur ein paar Grad über Null hatten (unsere Gasheizung ging die ganze Zeit nicht) und es tagsüber auch oft nicht wärmer als 10 Grad wurde, beschlossen wir mit dem Geld, was hatten soweit wir kommen würden, gen Süden zu fahren.

Wir kamen bis Cullera an der Ost-Küste Spaniens. Dort hatten wir dann auch wieder kein Geld (aber wieder Löwenzahn und frische, kleine Brennnesseln vor der Tür), doch hier wurde nun endlich mein E-Book veröffentlicht und direkt ein paar Male verkauft! Dies war möglich, da wir hier vor Ort großes Glück erst mit einem englischen Paar und dann mit unserem direkten Nachbar hatten, bei denen wir unsere Laptops TÄGLICH aufladen konnten! Endlich konnten wir mal so richtig produktiv arbeiten.
Nach zwei Wochen konnte es also bereits weitergehen. Immer noch das Ziel „Süden und anhaltende Wärme“. Es war jedoch mittlerweile tiefster Winter im Januar und es war eigentlich kein Entkommen, da es in ganz Spanien kalt war… Wir fuhren trotzdem los.

 

Wir standen auch hier wieder an einem wunderschönen Strand, direkt am Meer.

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Nun sind wir seit fast drei Monaten in Südspanien und ja, es ist mittlerweile sehr, sehr heiß, das kann ich sagen! 🙂 Viel Geld haben wir immer noch nicht und wir wissen auch im nächsten Monat noch nicht genau, woher das Geld kommen soll (wir wollen gerne in den Norden fahren, auch um dort im schönen Sommer Gleichgesinnte/Freilernerfamilien auf grünen Wiesen zu treffen). Das Glück war auf unserer Seite und wir haben eine gute Summe an Wärmekosten von unserer alten Wohnung wiederbekommen (ich war die meiste Zeit in der Wohnung schwanger und brauchte keine Heizung 😀 ). Lange Zeit standen wir hier in dem schönen Ort Maro, wo wir erleben durften, wie wunderbar es sich im Süden von Bäumen leben lassen lässt. Es war ein schöner Ort zum länger sein (und auf zwei Reparaturen zu warten…), doch nun geht es weiter…

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Was haben wir unter anderem aus ALL dem gelernt?

1. Auf Menschen zuzugehen und dass wir nie alleine sind. Auf unserer Reise sind wir mit vielen Menschen in Kontakt gekommen, wir mussten so zu sagen mit der Welt in Kontakt treten, damit etwas passiert (z.B. beim Singen). Wie oben bereits beschrieben, durften wir erfahren, wie in der Zeit, als wir es wirklich brauchten, Hilfe von außen kam und für alles gesorgt war.

2. Nachdem wir nun auf unserer Reise fast ein halbes Jahr hin und her zwischen den zwei Welten von kein Geld und wenig Geld gelebt haben: Ohne Geld ist viel gesünder als wenig Geld.
In der Stunde der “Not” nimmt man plötzlich alle Möglichkeiten wahr. Dekorative Aloe Vera Pflanzen werden Bestandteile der Nahrung, vervige Brennnesseln werden Superfoods, Löwenzahn wird frischer Salat. Ich habe Gras gegessen. Ich habe mich mehr gezielt auf Nahrung direkt von der Natur eingestellt. Von Avocados, Chirimoyas, bis rüber zu Äpfel, Orangen, Spitz- und Breitwegerich, Malve, Brennnesseln, wilde Tomaten, Johannisbrot, und von vielem vielem mehr haben wir uns ernährt.
Mit wenig Geld ist es anders. Dann kaufen wir uns eher ein Paket Haferflocken, und fallen auf andere Sattmacher wie Brot zurück, die energetisch nicht viel in sich haben, und auch die Stimmung ein bisschen herunterdrücken.

3. Kein Ziel macht dich froh. Auch auf dieser Reise wieder sehr deutlich. Wir fuhren immer weiter und weiter. Das erste Ziel war das Meer, doch als wir da waren, waren wir auch nicht froh. Dann kamen der Süden und die Wärme und immer noch „fehlte“ etwas. Zu lernen, dass EGAL, wo du bist, kein anderer Ort dich zufriedener machen kann, als wo du jetzt bist, ist Gold wert.

4. Man überlebt auch ohne Geld. Wir haben mittlerweile keine Angst mehr vor dem Moment kein Geld mehr zu haben. Nachdem wir es einmal er- und überlebt hatten, wussten wir, wir können alles schaffen, was wir wollen und wir hatten vor den nächsten Malen viel weniger, bis zu keiner Angst, denn wir wussten, irgendwie geht es weiter.

5. Zusammen Entscheidungen treffen ist anders als alleine. Eigentlich wollte ich so gerne nach Portugal… Das haben wir auf dieser Reise nicht „geschafft“. Als ich alleine gereist bin, konnte ich immer einfach meiner Nase lang, wohin ich wollte, mit wie viel Geld, auf welche Art und Weise und wie schnell. Nun durfte ich lernen, loszulassen, dass nicht immer alles so geschieht, wie ich es will und dass wir so auf die Bedürfnisse aller Mitreisenden achten. (Oscar hat dazu im nächsten Punkt etwas Schönes geschrieben, er hatte nämlich auch einen Wunsch, was das Reiseziel betrifft und hat schöne Worte gefunden, zu beschreiben, was er für sich gelernt hat.)

6. Wie schön es ist, dass man nicht weiter mussEin bisschen gesund ist es für mich zu erleben, dass ich mich einfach mit dem was jetzt ist, zufrieden geben muss. Ich wäre zum Beispiel gerne nach Marokko gereist. Und viel viel mehr gereist. Aber am Ende mussten wir oft, halb gegen unseren Willen, an Orten bleiben, obwohl wir an sich gerne weiter wollten. Dafür entstehen dann Möglichkeiten: Was für eine Freiheit es ist, sich keine Überlegungen über möglichen Reiseziele machen zu müssen. Was für ein Geschenk es ist, endlich einzusehen, dass die jetzige Location viel Tolles an sich hat, und ich gar nicht so unbedingt weiter muss. Die Begrenzungen der Armut lässt mich lernen, dass gerade alles eigentlich in so fern okay ist, und dass ich gar nicht weiter muss.

7. Die „Tourigebiete“ im Süden sind im Winter wunderschön. Wir suchten und fanden auf unserem vier Monate langen Weg in den Süden immer tolle Plätze in Naturparks. Wir waren nah am Wasser und in der Natur und es war wunderbar ruhig und leer!! Wir waren teilweise ganz für uns alleine, da es bei um die 10 Grad so „ungemütlich“ draußen war. Kaum Touristen und die Ferienwohnungen leer. Wir genossen unsere Sonnenauf- und untergänge und gingen lange spazieren. Das war sehr heilend und inspirierend.

8. Sich zufrieden geben, mit dem, was man gerade hat. Es ist sehr gesund und glücklich machend gewesen, aus der westlichen unbewussten Sinnestimmung (“Ich kann alles haben, was ich will”) rauszufallen, und mich mit dem, was einfach gerade vor mir ist, aus “Not” zufriedenstellen zu müssen.
Dies, einfach zu sehen was man gerade hat, und sich nicht mental mit zig anderen Sachen, die man gerne hätte, zu beschäftigen, ist eine vergessene Kunst. Diese lernt man, meiner Erfahrung nach, viel mehr aus der Not, als durch irgendeinen spirituellen Weekendkurs.

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Und zu guter Letzt, unsere Antworten auf die Frage:

Waren wir nicht völlig kopflos und naiv einfach ohne wesentliche Ersparnisse loszufahren?

Und hier die ehrliche Antworten:

Oscar: Doch, Naiv waren wir. Wir hatten hohe Ansprüche an den Blog und das E-Book.
Unüberlegt waren wir auch, auf jeden Fall im Vergleich zu anderen Familien, die sich so richtig auf so eine Reise vorbereiten
Und unverantwortlich? Waren wir das auch?  Wir mussten ja letztendlich mit den Konsequenzen leben, und daraus lernen, und dies alleine lehrt Verantwortung für sein Leben. Viel mehr als das Kategorisieren von unverantwortlichen Handlungen.
Und wie hat einer kurz vor der Abreise so schön kommentiert: „Lieber blauäugig in die Welt als angstvoll zuhause.“ Und so ist es gekommen. Dazu freuen wir uns, dass es jetzt hier schöne Chirimoyabäume gibt, wilde Avocados, die Sonne scheint und wir können baden gehen. Das kostet nichts und das gibt es gerade nicht zuhause.

Um es mal auf den Punkt zu bringen, hat mich die Reise Folgendes gekostet: Teile von meinem illusorischen Wert, ein paar meiner illusorischen Träume.

Dazu hat mir die Reise Folgendes gebracht: Eine tiefere Verbundenheit und Wertschätzung der Mutter Natur.

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Oscar Baum

 

Linda: Kopflos, ja. Naiv? Jein. Ich mag dieses Wort und seine negative Bewertung nicht. Ja, wir hatten viele hohe Erwartungen und Hoffnung, die letztendlich nicht eingetreten sind (z.B. haben wir sehr viel später das E-Book herausgebracht und auch viel später Geld damit gemacht und bis jetzt viel weniger als erwartet.) Wir haben uns von großen Träumen hinreißen lassen, im Vertrauen auf die Affirmationen. Vielleicht haben wir die Realität ein bisschen aus den Augen verloren und ein bisschen zu sehr gekämpft. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich weiß, woran es liegt, dass unsere Affirmationen nicht immer gewirkt haben: Ich traue mich bei vielem nicht wirklich ES ZU FÜHLEN. Ich verkrampfe mich manchmal und versuche das, was ich will ganz stark zu denken und dann bloß nichts anderes zu denken! Aber so geht das nicht. Diese Erfahrung, diese Reise bringt mich auch heute noch an meine tiefsten Tiefen, sie sehen und sie kennenlernen, lässt mich immer wieder aufstehen und mich FÜR DIE LIEBE entscheiden. Ich möchte lernen, diesen Krampf loszulassen und zu vertrauen und diese Reise ist dafür ein Geschenk, denn ohne dies geht es manchmal nicht.

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(Jahreswechsel am Ebro in Spanien)

Ja, wir hätten sehr viel besser vorbereitet sein können. Hätten wir dann das gelernt, was wir nun gelernt haben? Wahrscheinlich nicht. Letztendlich ist es so wie es ist.

Heißt das alles nun, dass wir nicht weiter machen? Nein. Wir haben viele Projekte und Dinge, die anstehen, sowie viele Wünsche, um uns unser Leben im Wohnmobil praktischer, angenehmer und somit friedlicher zu machen, wie z.B. ein SOLARPANEL auf unserem Womo-Dach!! 🙂

Wenn du uns bei der Erfüllung unserer Träume unterstützen möchtest, kannst du das hier tun.

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Und wie geht es weiter? Wir sind dort meistens uneinig, wie und wohin es weitergeht. Da heißt es nun weiterhin tief ein- und ausatmen, meine Hände fühlen und das Leben in mir spüren, denn so geht es IMMER weiter und etwas kommt! 🙂

Ich freue mich, dass du diesen Artikel gelesen und ihn hoffentlich genossen hast. Es hat mir Spaß gemacht, endlich mal genauer von uns und was so los war und ist, zu berichten und freue mich auch über einen Kommentar von dir. Wo steckst du gerade? Was oder Wer fordert dich heraus und wie gehst du damit um? Wir sind gespannt!

Alles Liebe von uns,

Linda
mit Oscar

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Gefällt dir was wir machen?

Hier kannst du mehr über unsere nächsten Projekte lesen und uns unterstützen:

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20 thoughts on “Ohne Geld in die Welt – Waren wir völlig kopflos und naiv?

  1. Danke für die interessanten Einblicke in euer Leben. Bei Bedarf, könnt ihr bei mir eure Notebooks aufladen 🙂

    1. Linda

      Gern Joachim! 🙂 Hey super, wo wohnst du denn? 😀 Aber wir hoffen, dass wir sie bald endlich selber aufladen können! Das wäre echt ein super “Fortscheritt” 🙂

  2. Puh…harter, aber lehrender Tobak.
    Bin zwar noch lange nicht so weit, wie ihr (werde soweit wohl auch nicht gehen), kann mich aber – glaube ich – sehr gut in euch hinein versetzen.

    Ich bin mir gar nicht sicher, ob ihr es richtig gemacht habt oder einfach nur “bekloppt” wart/seit :D.
    Auf jeden Fall ist es eine Erfahrung und ihr habt in der Hand, wie lange ihr diesen Weg gehen wollt.
    Vermutlich würde ich zum aktuellen Status Quo sagen: Wenn es funktioniert-> weiter so…warum nicht?

    Euch auf jeden Fall alles Gute und carpe diem 🙂

    1. Linda

      Hey Thorsten! Schön, von dir zu hören 🙂 Ja, manchmal wissen wir es auch nicht so genau, ob wir nicht “bekloppt” sind 😀 Das sagt dann der Kopf natürlich 😉 Aber wir kommen immer wieder zu dem Entschluss, dass wir dieses “Extrem” einfach brauchten, um “dorthin” zu kommen, wo wir nun sind und das ist mit auf jeden Fall viel mehr Frieden miteinander, wie wir gerade feststellen dürfen.
      Ich freue mich, dass du etwas für dich mitnehmen konntest und du gehst sicherlich auch deinen Weg (tust du ja gerade) und ja, das sagst du sehr richtig: Jeder hat es in der Hand. Wir haben oft, ich würde noch nict sagen immer, die Wahl, welchen Weg wir gehen.
      Alles Liebe auch für dich und Liebe Grüsse

  3. Wow, da hab ich richtig Gänsehaut beim Lesen bekommen. Irre, wie mutig (und vielleicht auch ein bisschen naiv) ihr diese riesige Angst überwinden konntet, die wohl jedem inne wohnt: kein Geld haben. Und, oh Wunder, euer Lebensmut und euer Vertrauen hat euch getragen und ihr habt diese Zeiten nicht nur überstanden, sie waren sogar wichtige Lektionen, ihr konntet daran wachsen.
    Ich finde es unheimlich inspirierend und motivierend zu sehen, dass ihr über den finanziellen Punkt null hinaus gekommen seid und eurer Entdeckergeist trotzdem noch frisch und munter ist. Ich drücke euch die Daumen, dass es für euch weiter geht und vielleicht auch ein wenig finanzielle Sicherheit sich einstellt. Aber wenn nicht, dann kommt ihr auch zurecht, was für eine Freiheit!
    Wir sind von unserer Weltreise gerade erst einmal heimgekehrt, weil uns das Geld ausging. Wer weiß, vielleicht hätten wir auch einfach weiter machen sollen? Das nächste Mal sind wir sicher mutiger.

    1. Linda

      Hey Josi! 🙂
      Jaaa, viele Lektionen, jeden Tag und darum geht es ja auch, mit dem Leben lernen und immer wieder feststellen, dass man immer eigentlich nur da ist, wo man gerade ist und nur mit DIESER Situation umgehen kann.
      Freut mich, dass du diesen Artikel so geniessen konntest!! Es freut mich total, wenn er andere inspiriert.
      Wo wart ihr denn überall? Naja, solange es euch jetzt dort gefällt, wo ihr seid, ist doch alles gut (wenn nicht, ist es eben auch eine Art Lektion oder so) und “nach Hause” kommen hat auch etwas Schönes, oder?
      Ich wünsche euch alles Liebe und Danke auch für die Wünsche. Ja, ein bisschen finanzielle Sicherheit wäre auch mal nicht schlecht 😉

  4. Super interessante Seite und eure Erfahrung mit uns zu teilen,finde ich toll. Wer träumt nicht davon, mal aus dem Alltag auszubrechen. Ihr habt es gut erkannt, auch im Süden kann der Winter kalt werden,was einige unterschätzen. Mal sehen wo euch die Reise noch so hinführt. Ganz viel kraft und Glück dabei,aber das Wichtigste dabei seit immer IHR. Solange ihr euch nicht verliert ist alles gut. Lg Annette

    1. Linda

      Oooooh, liebe Annette! Da kriege ich aber Gänseahaut bei deinen letzten Sätzen… Ja, das fühlen wir auch sehr und das ist auch mit eine unserer “Aufgaben”, miteinader unseren Weg zu finden Ja, mal sehen, wo uns das hinführt. Ich lerne auf jeden Fall sehr, bereit dafür zu sein, zu kommunizieren und so nah zusammen zu leben und zu reisen und das erfüllt mich immer mehr, vor allem weil es zurückkommt 🙂
      Danke für deine lieben Wünsche und alles Liebe zurück

  5. Melanie

    Danke für Euren Bericht.
    Ich selbst bin gerade gefangen im Alltag mit Familie, Haus und Beruf und freue mich mit “Aussteigern” wie Euch und jedes Mal tropft ein Tropfen Wehmut in mich hinein. Mal sehen, was diese Tropfen eines Tage mit mir machen. 🙂

    1. Linda

      Uiiii, wie spannend, Melanie! 🙂 Schön, von dir zu hören! Ich glaube, dieser Wehmut gehört dazu. Wie oft habe ich ihn auch auf dieser Reise gespürt… Im Verstand wollen wir oft dort sein, wo wir nicht sind. Ich lerne gerade, im Hier und Jetzt zu sein und mich TROTZDEM zu bewegen 😀 Wenn du weisst, was ich meine 🙂 Gar nicht immer so leicht, denn dann man muss sich trauen, die Entscheidung wirklich von Innen kommen zu lassen, anstatt aus dem Kopf oder einer Angst heraus.
      Alles Liebe zu dir und ja, bin auch gespannt, was die Tropfen mit dir machen! (Was machen sie gerade?)

  6. Hallo ihr zwei, ich habe Euten Artikel sehr genossen. Bin gerade dabei mich aus dem “hamsterrad ” zu befreien und meinen eigenen Herzensweg zu gehen. Ich lebe noch im Ruhrgebiet mit meinem Partner Uwe. Wir beide sind seit langem in all unseren Urlauben mit unserem geliebten Womo unterwegs. Unser gemeinsames Ziel ist es ab dem nächsten Jahr nur noch unterwegs zu sein und das Internet für die Berufung zu nutzen. Ähnlich wie ihr 😊. Ganz herzliche Grüße. Silvia

    1. Linda

      Hallo Silvia! Oh schön! Ihr seid auf dem Weg. Was wollt ihr genau machen, im Internet? Ich finde es toll, dass ihr eurem Traum folgt und ihr seid ja dann auch schon geübt miteinander zu reisen. Bin gespannt, wie es wird und wünsche euch ganz viel Herzensfreude, auch schon JETZT, wo ihr euren Traum schon so sehr fühlt! <3

      1. Linda

        Oh und ich freue mich natürlich, dass dir der Artikel gefallen hat und du ihn für dich geniessen konntest 🙂

  7. Toller Bericht, ähnlich bin ich auch los gezogen, allerdings “lediglich” mit einem ausgebauten Polo 😉

    Bin auch in Spanien, habe mit “Wohnen gegen Hand” in Sachen Marketing und Suchmaschinenoptimierung hier unten meine ersten Schritte gemacht.
    Dann kam die große Liebe – dachte ich… Nun bin ich ohne Auto mit all meinem Besitz hier, verliere meinen Weg dennoch nicht aus den Augen.
    Ich habe damals einige Solar-Firmen angeschrieben und meine Geschichte erzählt, um sie als Sponsor zu gewinnen, und siehe da: Wer wagt gewinnt! So habe ich ein Solarpanel mit allem nötigen Zubehör für meine Energieversorgung gesponsert bekommen.
    Wird wohl im Sommer auf ein anderes Auto kommen, damit ich wieder flexibler sein werde.
    Ich wünsche Euch viele wunderbare Begegnungen und Entwicklungen auf Eurem weiteren Weg!

    1. Linda

      Hey Sabine!! Wow!!! :O Super-Idee! Ja, wir scheinen es ähnlich anzugehen, hehe: wer wagt gewinnt und den Weg nicht aus den Augen verlieren, egal wie viele “Aufgaben” einen das Universum noch drauf gibt 😉 (darum geht es ja auch)
      Viel viel Freude mit deinem Panel! Ja, das wird sicher super! Ich freue mich auch schon total auf unseres, wenn ich dann überall einfach arbeiten kann.
      Wo bist du denn in Spanien?
      Alles Liebe auch zu dir und auf deinen Weg,Danke!

  8. Ina

    Hallo ihr. Toller Bericht, genau zur richtigen Zeit. Wir, Ina und Martin, waren 8 Monate mit unserem VW Bus unterwegs und haben jetzt beschlossen uns in Schweden niederzulassen. Allerdings ist aufgrund der Reise das Geld auch so gut wie weg und allgemein stoße ich immer wieder an genau die von euch beschriebenen Glaubenssätze. So wie heute morgen. Tat gerade so gut zu lesen, dass es auch andere Menschen gibt denen es so geht und die es trotzdem machen und nicht aufgeben. Wirklich gerade im richtigen Moment auf den Artikel gestoßen. Wünsch euch weiterhin viel, viel Erfolg auf eurem Weg. Alles Liebe!!!

    1. Linda

      Ooooh liebe Ina, noch so ein Kommentar, bei dem ich Gänsehaut bekomme… Das freut mich sooo sehr! Ja, es ist “normal” so welche Gedanken und Gefühle zu haben, das Wichtige ist, finde ich, dass man das sieht! Also, dass man diese hat und dass es an sich eigentlich alles gar nicht so schlimm ist, also man hat ja in DIESEM Moment an sich kein Problem. Das aber wirklich so für sich zu sehen, das ist die “Kunst”, für die ich mich so gut es eben geht, immer mehr entscheide 🙂 (klappt mal besser, mal schlechter 😉 )
      Ich wünsche euch eine wundervolle Zeit in Schweden! Vielleicht sieht man sich ja mal 🙂 Alles Liebe auch zu euch und danke für deinen Kommentar <3

  9. Martina

    Vielen Dank für euren Bericht und das ihr eure Gefühle und Gedanken über eure persönliche “Odyssee” teilt! Ich konnte es nachspüren, vor Allem der Teil, als die Kohle dann komplett ALLE war. Mir ging es plötzlich sehr schlecht und ich spürte Verzweiflung., Scham und Hilflosigkeit.
    Was hätte ich getan, ging mir durch den Kopf. Beim Singen hätten sie mich vom Platz vertrieben…ein Instrument beherrsche ich auch nicht (vielleicht sollte ich doch noch Gitarrenunterricht nehmen?) Kunststücke kann ich auch nicht und mit 56 wäre das wohl auch nicht mehr so gefragt.
    Natürlich kann man lernen mit solchen grenzwertigen Situationen umzugehen, doch sie kosten Kraft.

    Wir sparen wo wir können. Mein Gehalt geht für alle Kosten inkl. Essen drauf und das meines Mannes sparen wir. Errechnet haben wir, dass es mit dem Betrag, der uns in ein paar Monaten zur Verfügung steht, gelingen kann 2 Jahre langsam mit unserem Womo zu reisen und sehr einfach zu leben. Natürlich werden wir diese Zeit auch nutzen und unser kleines Online Business aufbauen.

    Ich erlebe euch jedenfalls als mutige, kreative und liebevolle Menschen und freue mich auf weitere Berichte und natürlich wünsche ich euch, dass es auch viele schöne lange Phasen, mit ausreichendem Budget geben wird!

    Vielleicht trifft man sich an einem Ort, in einem schönen warmen Land und bis liebe Grüße,
    Martina

    1. Linda

      Liebe Martina,
      ja, genau diese Gedanken gingen mir auch den Kopf: Was kann ich eigentlich noch, ausser Singen? Was kann man machen? (Meine wahre Inspiriration liegt ja hier drin, im Schreiben, online “Arbeiten” und genau das, Menschen inspirieren 🙂 ). Doch in dem Moment ging das (Singen) und es ist gut, diese Erfahrung gemacht zu haben und nun zu wissen, es geht irgendwie immer!
      Wollt ihr also auch los? 🙂 Das höre ich so raus. Was ist denn eurer Online Business?
      Es ist schön, dass du uns so nachspüren kannst. Es hat auch wirklich Spass gemacht, diesen Artikel zu schreiben und es war auch sehr befreiend.
      Ich wünsche euch alles Liebe für euren Weg und ja, man weiss nie genau, wo sich nicht die Wege kreuzen 🙂

      1. Martina

        Hallo Linda,
        ja, auf jeden fall wollen wir los! Wir freuen uns schon sehr darauf! Was wir machen werden kristallisierte sich nach vielen Überlegungen, Recherche und der realen Einschätzung der eigenen Fahigkeiten heraus….
        Wir werden unseren Online Shop betreiben. Es geht um Solar, LED, Sicherheit, Kameras, also um technische Dinge. Ich selbst werde bloggen und habe noch einen kleinen Freelancer Job bei meiner jetztigen Firma, den ich online abwickeln kann. Somit stehen wir auf mehreren Beinen und denken, dass es funktionieren kann.
        Bis bald einmal,
        💕 Martina

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